Wann nach Istrien reisen?
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Beste Reisezeit: Mai bis Juni und September bis Oktober
Auf einen Blick
Warum nach Istrien reisen?
Istrien umfasst 3.500 Quadratkilometer und wechselt binnen dreißig Autominuten völlig sein Gesicht. Die Westküste reiht venezianische Städte aus hellem Stein aneinander, allen voran Rovinj, mit Glockentürmen nach dem Vorbild von San Marco und Fassaden, die direkt ins Wasser abfallen. Das Landesinnere dagegen erinnert an die Toskana: rebenbedeckte Hügel, auf einzelnen Kuppen thronende Dörfer, Nebel in den Tälern im Morgengrauen. Im Süden liegt Pula, römische Stadt und österreichisch-ungarischer Kriegshafen, mit seinem vollständig erhaltenen Amphitheater.
Die Halbinsel hat immer wieder den Besitzer gewechselt: Rom, fünf Jahrhunderte Venedig, Österreich, Italien zwischen 1920 und 1947, dann Jugoslawien. Italienisch ist in mehreren Gemeinden weiterhin Amtssprache, die Schilder sind zweisprachig, und die Familiennamen wechseln von Straße zu Straße. Der Exodus eines Großteils der italienischsprachigen Bevölkerung nach 1945 leerte ganze Dörfer im Landesinneren, die ab den 1960er-Jahren von Künstlern neu besiedelt werden konnten.
Es ist auch Kroatiens Genussregion. Der Wald von Motovun liefert von Oktober bis Januar weiße Trüffel, dieselbe Art wie in Alba, und einen Großteil des Jahres schwarze Trüffel. Istrische Olivenöle stehen regelmäßig an der Spitze internationaler Ranglisten, und die heimischen Rebsorten, Malvazija für Weißwein und Teran für Rotwein, lassen sich auf Dutzenden für Besucher geöffneten Familienweingütern verkosten, oft ohne Reservierung.
Karte: Was liegt wo in Istrien?
Die Karte zeigt die 6 Orte dieses Reiseführers, damit Sie sich die Entfernungen vorstellen und Ihre Route planen können.
- Rovinj
- Pula
- Poreč
- Motovun
- Grožnjan
- Kap Kamenjak
Was kostet eine Reise nach Istrien?
Istrien ist etwas günstiger als Süddalmatien, außer in Rovinj im Juli und August, wenn die Preise denen von Dubrovnik gleichen. Das Auto ist ein großer Posten, kaum zu vermeiden, wenn Sie die Region erkunden wollen. Dafür kosten die Dörfer, die Städte und die meisten Strände nichts, und Verkostungen bleiben günstig.
| Reisestil | Pro Tag | Was es abdeckt |
|---|---|---|
| Backpacker | 55-85 €/Tag | Campingplatz oder Privatzimmer, Markt und Konoba, geteiltes Auto, kostenlose Dörfer und Strände |
| Komfort | 120-180 €/Tag | Apartment oder Agriturismo-Hof, Mietwagen, das Amphitheater und die Brijuni-Inseln, Olivenöl- und Weinverkostungen |
| Premium | ab 350 €/Tag | Fünf-Sterne-Hotel am Meer in Rovinj, private Trüffelsuche, Sternerestaurants, Boot für den Tag |
Kroatien hat am 1. Januar 2023 den Euro eingeführt, die Kuna ist kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr. An der Küste werden Karten überall akzeptiert, auch an Mautstellen und auf Campingplätzen. Halten Sie Bargeld für Märkte, Höfe, die Öl und Käse verkaufen, und manche Agriturismo-Höfe im Landesinneren bereit. Geldautomaten gibt es in den Küstenstädten reichlich, in den Hügeldörfern seltener.
Wie sicher ist eine Reise nach Istrien?
Istrien ist eine friedliche Region, Diebstahl ist selten und beschränkt sich im Sommer auf Strände und Parkplätze am Straßenrand. Die eigentlichen Vorsichtspunkte sind praktischer Natur. An der Küste geht man fast überall von flachen, mit Seeigeln besetzten Felsen ins Wasser: Badeschuhe verhindern die meisten Verletzungen, und Sprünge von den Klippen am Kamenjak führen jedes Jahr zu Unfällen, wenn man die Wassertiefe nicht kennt. Auf der Straße sind die Nebenstrecken im Landesinneren schmal, unbeleuchtet und von Traktoren befahren, und die Bora kann im Winter auf den Höhen sehr heftig wehen. Die Trüffelsuche schließlich ist reglementiert: Freies Suchen ohne Genehmigung ist verboten, Ausflüge werden von lizenzierten Trüffelsuchern geleitet. Die europäische Notrufnummer 112 funktioniert überall.
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Istrien
- Altstadt von Rovinj
- Amphitheater von Pula
- Euphrasius-Basilika in Poreč
- Motovun und das Mirna-Tal
- Grožnjan
- Kap Kamenjak
- Brijuni-Inseln
- Hum und die Allee der Glagoliten
Was Sie vorab buchen sollten →
Rovinj

Die Altstadt, eine einstige Insel, die 1763 mit dem Festland verbunden wurde, bildet eine Halbinsel dicht gedrängter Häuser, deren Gassen sich spiralförmig zur Kirche der heiligen Euphemia hinaufwinden. Ihr 60 Meter hoher Glockenturm ist eine Kopie des Campanile von San Marco und wird von einer Statue der Heiligen als Wetterfahne gekrönt. Auf der Westseite fallen venezianische Fassaden direkt ins Wasser ab, die Boote liegen vor den Haustüren. Die Gasse Grisia gehört den Ateliers der Maler. Im Süden bietet der Wald von Zlatni Rt, fünfzehn Gehminuten entfernt, Badestellen auf flachen Felsen.
Pula und sein Amphitheater

Die Arena von Pula, im 1. Jahrhundert unter Vespasian erbaut, ist das sechstgrößte römische Amphitheater der Welt und eines der wenigen, dessen Außenmauer noch auf drei Ebenen steht, 32 Meter hoch. Es fasste dreiundzwanzigtausend Zuschauer und dient heute als Konzertbühne und Freiluftkino. Die Stadt besitzt außerdem den Sergierbogen, den Augustustempel am Forum und einen im Ersten Weltkrieg unter dem Hügel gegrabenen Luftschutztunnel.
Poreč und die Euphrasius-Basilika

Poreč bewahrt den Rasterplan der römischen Kolonie, mit Cardo und Decumanus, die noch heute genutzt werden. An ihrem Ende steht die Euphrasius-Basilika aus dem 6. Jahrhundert, in deren Apsis byzantinische Mosaiken auf Goldgrund die thronende Muttergottes zwischen Engeln und istrischen Heiligen zeigen. Der Komplex umfasst ein Atrium, ein achteckiges Baptisterium und Mosaikböden aus dem 4. Jahrhundert und ist seit 1997 UNESCO-Welterbe. Vom Glockenturm reicht der Blick über die Küste bis zu den Inseln von Sveti Nikola.
Motovun und das Mirna-Tal

Ein befestigtes Dorf auf 277 Metern auf einer einzelnen Hügelkuppe, umgeben von venezianischen Mauern, die Sie in zwanzig Minuten mit 360-Grad-Blick umrunden. Unten bedeckt der Wald von Motovun rund zehn Quadratkilometer Auenwald mit Eichen und liefert von Oktober bis Januar weiße Trüffel, darunter ein 1999 gefundenes Exemplar von 1,31 Kilo. Das von Reben und Olivenbäumen gemusterte Mirna-Tal verschwindet am frühen Morgen unter Nebel, sodass das Dorf zu schweben scheint.
Grožnjan, Oprtalj und die Hügeldörfer

Im nördlichen Landesinneren reihen sich Steinstädtchen, die nach 1945 fast verlassen und ab den 1960er-Jahren wiederbelebt wurden. Grožnjan nahm Künstler auf, die im Gegenzug die Häuser restaurierten, und zählt rund dreißig Galerien bei weniger als zweihundert Einwohnern, im Sommer mit einer Musikakademie. Oprtalj, Završje und Buje vervollständigen das Ensemble. Die Parenzana, eine ehemalige Bahnstrecke, die zum Radweg wurde, verbindet sie über mehr als hundert Kilometer bis zur slowenischen Grenze, mit sanften Steigungen auf Schotter.
Kap Kamenjak und die Brijuni-Inseln

Im Süden erstreckt sich das Schutzgebiet Kamenjak über zehn Kilometer Macchia und dreißig Kilometer zerklüftete Küste, ohne Bebauung und ohne Schatten, mit Buchten, in denen man von den Felsen springt, und Dinosaurierspuren auf manchen Steinplatten. Nördlich von Pula bilden die vierzehn Brijuni-Inseln einen Nationalpark. Tito hatte dort seine Sommerresidenz und empfing mehr als hundert Staatsoberhäupter, zurück blieben ein Safaripark mit den Geschenken seiner Gäste, eine römische Villa und eine byzantinische Basilika.
Wie viele Tage, und welche Reiseroute?
Vier Tage reichen für die Westküste, Pula und zwei Dörfer im Landesinneren. Mit einer Woche kommen die Brijuni-Inseln, Kamenjak, die Parenzana per Rad und zwei oder drei Weingüter hinzu, ohne jeden Tag zu fahren. Zehn Tage passen für alle, die Istrien mit Triest, Slowenien oder der Kvarner-Bucht verbinden möchten.
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Istrien in vier Tagen
Tag 1: Rovinj, die Gassen von Grisia, der Glockenturm der heiligen Euphemia und ein Bad im Wald von Zlatni Rt. Tag 2: Pula, das Amphitheater zur Öffnungszeit, das Forum, der Sergierbogen, dann nachmittags Kap Kamenjak für die Buchten. Tag 3: das nördliche Landesinnere, vormittags Motovun, Trüffel zum Mittagessen, Grožnjan am Ende des Tages. Tag 4: Poreč und die Euphrasius-Basilika, dann zurück über den Limfjord und seine Austernbänke.
Eine Woche zwischen Küste und Hügeln
Drei Nächte in Rovinj für die Küste, Pula, Kamenjak und einen Tag auf den Brijuni-Inseln ab Fažana. Dann drei Nächte im Landesinneren, in Motovun oder Grožnjan, für das Mirna-Tal, Hum und die Allee der Glagoliten, zwei Malvazija-Weingüter und eine Ölmühle. Die Parenzana per Rad füllt einen halben Tag zwischen Grožnjan und Livade. Im Herbst kommt eine Trüffelsuche mit Hund hinzu, am Vortag zu buchen.
Istrien, Triest und Slowenien (10 Tage)
Vier Tage im kroatischen Istrien, dann weiter durch das slowenische Istrien, Piran und die Salinen von Sečovlje, für zwei Nächte. Danach folgen Triest und sein Karstplateau, mit der Höhle von Postojna und der Burg Predjama eine Stunde entfernt. Die Rückreise kann über Ljubljana oder den Bleder See führen. Die Grenzen überqueren Sie ohne systematische Kontrollen, denn Slowenien gehört seit 2007 zum Schengen-Raum, Kroatien seit 2023.
Anreise und unterwegs
Der Flughafen Pula wird saisonal angeflogen, vor allem von Mai bis September. Außerhalb der Saison führt der Weg über Zagreb, drei Autostunden entfernt, Venedig, zweieinhalb Stunden entfernt, oder Triest, anderthalb Stunden von der Nordgrenze der Halbinsel.
Das Auto ist das einzig wirklich praktische Verkehrsmittel für die Region, für 40 bis 70 € pro Tag. Die Autobahn Ipsilon durchquert die Halbinsel mautpflichtig von Nord nach Süd, die Nebenstraßen ins Landesinnere sind jedoch schmal, kurvig und langsam: Planen Sie immer mehr Zeit ein, als der Routenplaner angibt.
Busse verbinden Pula, Rovinj, Poreč und Umag mehrmals täglich für 5 bis 12 € pro Fahrt, Zagreb in vier bis fünf Stunden. Die Hügeldörfer im Landesinneren werden dagegen nur ein- oder zweimal am Tag angefahren, oft morgens und abends, was einen Tagesausflug ohne Auto unmöglich macht.
Die Parenzana, eine ehemalige österreichisch-ungarische Bahnstrecke, die zum Radweg wurde, verläuft über mehr als hundert Kilometer zwischen Triest und Poreč, auf Schotter und mit sanften Steigungen. Fahrradverleiher in Grožnjan, Motovun und Buje vermieten E-Bikes für 25 bis 35 € pro Tag.
Wo übernachten in Istrien?
Campingplätze sind hier eine Institution: Die istrische Küste zählt Dutzende davon, oft weitläufig und von Pinien beschattet, mit direktem Zugang zum Meer, für 25 bis 45 € pro Stellplatz je nach Saison. Viele bieten auch ausgestattete Mobilheime, eine gute Wahl für Familien von Mai bis September.
Apartments und Zimmer bei Privatleuten sind an der Küste nach wie vor die häufigste Wahl, zwischen 60 und 110 € pro Nacht außerhalb des Augusts. Im Landesinneren wohnen Sie in restaurierten alten Steinhäusern, oft mit Pool und Küche, zu vergleichbaren Preisen und mit viel mehr Platz.
Die Agriturismo-Höfe im Landesinneren verbinden Zimmer, hausgemachte Küche und manchmal eigene Olivenöl- oder Weinproduktion, für rund 80 bis 150 € pro Nacht. Sie sind der beste Zugang zur Region, mit Mahlzeiten auf dem Hof und Erzeugern, die gern von ihrer Arbeit erzählen.
Rovinj bündelt die Spitzenhotellerie Kroatiens, mit mehreren Fünf-Sterne-Häusern am Meer und Preisen von 250 bis 600 € pro Nacht im Sommer. Wer fünfzehn Kilometer landeinwärts wohnt, zahlt die Hälfte bis ein Drittel, um den Preis von zehn Autominuten bis zur Küste.
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Was isst man in Istrien?
Weiße Trüffel werden von Oktober bis Januar im Wald von Motovun geerntet, schwarze einen Großteil des Jahres. Man hobelt sie über Fuži, gerollte istrische Pasta, oder über ein Omelett, für 25 bis 45 € pro Gericht je nach Saison. Die Läden verkaufen außerdem Trüffelpasten und -öle von sehr unterschiedlicher Qualität.
Istrisches Olivenöl zählt regelmäßig zu den bestbewerteten der Welt. Die Sorten Buža, Istarska Bjelica und Črnica ergeben grüne, pfeffrige Öle. Eine Mühlenbesichtigung mit Verkostung kostet 10 bis 20 €, eine 500-Milliliter-Flasche von einem guten Erzeuger rund 20 bis 30 €.
Beim Wein dominieren Malvazija Istarska, ein trockener, salziger Weißer, und Teran, ein tanninreicher, säurebetonter Roter. Rund sechzig Familienweingüter empfangen Besucher ohne viel Aufhebens, oft ohne Reservierung, mit Verkostungen für 10 bis 25 €. Die Weinstraße rund um Buje und Vižinada hat die größte Dichte.
An der Küste isst man gegrillten Fisch nach Gewicht, Muscheln aus dem Limfjord und Tintenfisch mit Kartoffeln. Im Landesinneren wird die Küche bergig: luftgetrockneter istrischer Schinken, Maneštra-Suppe mit Bohnen und Mais, im Herbst Wild. Rechnen Sie je nach Karte mit 15 bis 30 € pro Gericht.
Einreisebestimmungen
Kroatien gehört zum Schengen-Raum: Deutschen, Österreichern und Schweizern genügt der gültige Personalausweis beziehungsweise die Identitätskarte, ein Visum ist nicht nötig. Ein Ausweisdokument müssen Sie stets bei sich tragen.
Die Bestimmungen ändern sich: Prüfen Sie vor der Reise die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts (oder Ihres Außenministeriums).
Häufige Fragen zur Reise nach Istrien
Wann ist Trüffelsaison in Istrien?
Weiße Trüffel aus dem Wald von Motovun werden von Oktober bis Januar gesammelt, mit Höhepunkt im November. Es ist dieselbe Art wie in Alba, und die Preise folgen dem Weltmarkt. Den schwarzen Sommertrüffel findet man von Mai bis September, er ist deutlich günstiger. Ausflüge mit Hund und lizenziertem Trüffelsucher bucht man am Vortag, sie dauern ein bis zwei Stunden.
Braucht man in Istrien einen Mietwagen?
Praktisch gesehen ja. Busse verbinden Pula, Rovinj und Poreč recht gut, doch die Hügeldörfer im Landesinneren werden nur ein- oder zweimal am Tag angefahren, oft zu Schulzeiten. Ein Auto kostet 40 bis 70 € pro Tag und bringt Sie in anderthalb Stunden quer über die Halbinsel. Wer im Norden wohnt, erkundet die Parenzana mit dem E-Bike.
Wie viele Tage sollte man einplanen?
Vier Tage reichen für Rovinj, Pula, ein oder zwei Hügeldörfer und Poreč. Mit einer Woche kommen die Brijuni-Inseln, Kap Kamenjak, die Parenzana per Rad und mehrere Weingüter hinzu, ohne jeden Tag zu fahren. Darüber hinaus lässt sich Istrien leicht mit Triest, der slowenischen Küste oder der Kvarner-Bucht verbinden.
Wann ist die beste Reisezeit?
Mai, Juni und September bieten warme Tage, Meerestemperaturen zwischen 20 und 25 °C und erträglichen Andrang. Der Oktober eröffnet die Saison der weißen Trüffel und schenkt dem Landesinneren seine schönsten Farben, Anfang des Monats kann man noch baden. Juli und August sind heiß und an der Küste überlaufen, bei doppelten Preisen.
Spricht man in Istrien Italienisch?
Ja, Italienisch ist in mehreren Gemeinden an der Westküste und im nördlichen Landesinneren Amtssprache, mit zweisprachigen Schildern und italienischsprachigen Schulen. Die Halbinsel gehörte fünf Jahrhunderte zu Venedig, dann von 1920 bis 1947 zu Italien. Kroatisch bleibt die Hauptsprache, und im Tourismus wird weithin Englisch gesprochen.
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