Wann nach Rennes reisen?
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Beste Reisezeit: Mai bis Juli und September
Auf einen Blick
Warum nach Rennes reisen?
Alles an Rennes ergibt einen Sinn, wenn man eine Nacht im Dezember 1720 kennt, in der ein Brand, der in einer Tischlerwerkstatt ausbrach, binnen sechs Tagen neunhundert Häuser zerstörte. Die Ingenieure des Königs bauten die Stadt aus hellem Granit im Schachbrettmuster wieder auf: Das ist das klassizistische Rennes mit seinen geraden Straßen und regelmäßigen Fassaden. Das verschonte Viertel rund um die Rue du Chapitre, die Rue Saint-Guillaume und die Rue de la Psalette hat rund dreihundert Fachwerkhäuser bewahrt, und die Grenze zwischen den beiden Städten lässt sich bis heute auf wenige Meter genau erkennen.
Rennes war nie eine Küstenstadt und gibt auch nicht vor, eine zu sein: Es ist eine Verwaltungs- und Justizhauptstadt, Sitz des Parlaments der Bretagne, wo die höchsten herzoglichen und später königlichen Gerichte tagten. Dieser Palast aus dem 17. Jahrhundert, im Februar 1994 in einer Krawallnacht von Fischern in Brand gesteckt und danach originalgetreu wiederhergestellt, ist nach wie vor das eindrucksvollste Bauwerk der Stadt und das am schwersten zugängliche, denn er beherbergt noch immer ein aktives Berufungsgericht.
Das dritte Element ist demografisch. Mit 68.000 Studierenden hat Rennes eine der höchsten Studentendichten Frankreichs, und das merkt man überall: Bars mit Pints für 5 €, der zweitgrößte Markt des Landes am Samstagvormittag, eine Musikszene, die seit 1979 das Festival Trans Musicales hervorbringt, und eine Stadt, die sich in den Semesterferien sichtbar leert. Ein Ziel für zwei volle Tage statt für eine Woche, aber zwei Tage hier sind mehr wert als drei anderswo.
Karte: Was liegt wo in Rennes?
Die Karte zeigt die 6 Orte dieses Reiseführers, damit Sie sich die Entfernungen vorstellen und Ihre Route planen können.
- Place des Lices
- Parlament der Bretagne
- Rue du Chapitre
- Parc du Thabor
- Les Champs Libres
- Place Sainte-Anne
Was kostet eine Reise nach Rennes?
Ein Wochenende in Rennes kostet sehr wenig, denn das meiste, wofür man kommt, ist kostenlos: Markt, Thabor, mittelalterliches Zentrum, Frac und die Dauerausstellung des Musée de Bretagne kosten nichts. Der einzige unberechenbare Posten ist das Hotel während der Trans Musicales und zu Semesterbeginn.
| Reisestil | Pro Tag | Was es abdeckt |
|---|---|---|
| Backpacker | 45-70 €/Tag | Hostel oder günstiges Hotel am Bahnhof, Galette-saucisse auf dem Markt, kostenlose Museen, alles zu Fuß |
| Komfort | 100-150 €/Tag | Hotel im Zentrum, Führung durch das Parlament, abends Crêperie und Cidre-Bar, Museum der schönen Künste |
| Premium | 250+ €/Tag | Charakterhotel am Thabor, Bistronomie-Restaurant, Ausflüge mit Chauffeur nach Saint-Malo oder Vitré |
Karten werden überall akzeptiert, auch von den meisten Erzeugern auf dem Markt an der Place des Lices, doch ein paar Galette-saucisse-Stände nehmen nur Bargeld: Halten Sie fünf Euro in Münzen bereit. Eine kontaktlose Bankkarte gilt im STAR-Netz als Fahrschein, Sie müssen also keinen kaufen.
Wie sicher ist eine Reise nach Rennes?
Rennes ist eine sichere Stadt, auch für allein reisende Frauen, doch das studentische Nachtleben sorgt für einige sehr lokale Situationen. Von Donnerstag bis Samstag konzentriert sich im Dreieck aus Rue Saint-Michel, Place Sainte-Anne und Rue Saint-Georges eine beeindruckende Menge Alkohol auf wenige hundert Meter, mit Gedränge und Rangeleien zur Sperrstunde gegen 1:00 oder 2:00 Uhr: Das Risiko ist kein gezielter Angriff, sondern zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Handydiebstahl kommt im selben Bereich und rund um den Bahnhof vor. Der Samstagsmarkt an der Place des Lices zieht ein paar Taschendiebe an, mehr nicht. Le Blosne, Maurepas und Villejean sind große Sozialbausiedlungen, in denen Besucher nachts nichts verloren haben, die tagsüber aber keine Gefahr darstellen. Der eigentliche Brennpunkt der Stadt, auf den die Präfektur regelmäßig hinweist, sind Stürze in die Vilaine und den Kanal nach einer Partynacht, mit mehreren Ertrunkenen in den letzten Jahren an den ungesicherten Ufern zwischen dem Mail François-Mitterrand und dem Pont de Bretagne.
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Rennes
- Die Place des Lices und ihr Samstagsmarkt
- Parlament der Bretagne
- Fachwerkhäuser in der Rue du Chapitre
- Parc du Thabor
- Les Champs Libres und das Musée de Bretagne
- Museum der schönen Künste Rennes
- Die Place Sainte-Anne und das Studentenviertel
- Das Frac Bretagne
Was Sie vorab buchen sollten →
Das mittelalterliche Zentrum und seine Fachwerkhäuser

Das vom Brand von 1720 verschonte Dreieck liegt zwischen der Place des Lices, der Kathedrale Saint-Pierre und der Place Sainte-Anne. Die Rue du Chapitre, die Rue Saint-Guillaume, die Rue Saint-Sauveur, die Rue de la Psalette und die Rue du Champ-Jacquet säumen schiefe Fassaden aus dem 15. und 16. Jahrhundert, manche über drei Etagen vorkragend, darunter das Ti-Koz genannte Haus, das älteste der Stadt. Die Portes Mordelaises, das alte Prunktor, an dem die Herzöge ihren Eid ablegten, wurden restauriert und sind wieder für das Publikum geöffnet. Der komplette Rundgang dauert vierzig Minuten und kostet nichts. Suchen Sie entlang der Rue Lafayette die Grenze des Brandes: Fachwerk auf der einen Seite, Granit auf der anderen.
Das Parlament der Bretagne

Salomon de Brosse, Architekt des Palais du Luxembourg, entwarf dieses Gebäude zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Sitz der bretonischen Gerichte. Im Inneren finden sich vergoldete Kassettendecken, Gobelin-Tapisserien und ein von Coypel gemalter Zyklus in der Grand'Chambre, ein Reichtum, den man in einer Stadt dieser Größe nicht erwarten würde. In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1994 eskalierte eine Demonstration von Fischern, und eine Signalfackel setzte den Dachstuhl in Brand: Die Restaurierung dauerte sechs Jahre. Das Gebäude ist nach wie vor ein aktives Berufungsgericht und kann daher nur im Rahmen einer gebuchten Führung besichtigt werden. Es ist das einzige Bauwerk in Rennes, für das Sie wirklich vorausplanen müssen.
Die Place des Lices und der Samstagsmarkt

Auf dem einstigen Turnierplatz findet jeden Samstagvormittag der zweitgrößte Markt Frankreichs statt, mit fast dreihundert Erzeugern unter zwei eisernen Markthallen von 1871. Man kommt wegen des Gemüses aus dem Becken von Rennes, der Austern aus Cancale und der im Stehen gegessenen Galette-saucisse, eingewickelt in einen Weizencrêpe und nach lokaler Regel ohne Senf. Die Stadtpalais aus dem 17. Jahrhundert rund um den Platz erinnern daran, dass hier die Mitglieder des Parlaments wohnten. Um 13:30 verschwindet alles, und der Platz wird wieder zum Parkplatz. Den Rest der Woche ist er völlig uninteressant.
Parc du Thabor

Zehn Hektar, angelegt von den Brüdern Bühler auf dem ehemaligen Garten der Mönche von Saint-Melaine, oberhalb des Zentrums. Es gibt einen Rosengarten mit mehr als zweitausend Stöcken, einen französischen Garten, einen botanischen Teil, eine Voliere, eine künstliche Grotte und einen Musikpavillon, in dem im Sommer kostenlose Konzerte stattfinden. Es ist das Wohnzimmer der Stadt: Sobald die Sonne herauskommt, zieht ganz Rennes hierher, Studierende auf die Rasenflächen, Familien auf die Wege. Die Orangerie dient als Ausstellungsraum. Die Tore schließen bei Einbruch der Dunkelheit, eine Viertelstunde vorher ertönt eine Trillerpfeife.
Sainte-Anne, Saint-Michel und das Studentenleben

Die Rue Saint-Michel, hundertfünfzig Meter denkmalgeschützte Fachwerkhäuser voller Bars, heißt hier Rue de la Soif, die Straße des Durstes, und fasst die Stadt in einem einzigen Bild zusammen: Kulturerbe aus dem 16. Jahrhundert, verwandelt in Studententerrassen. Die Place Sainte-Anne gleich nebenan ist Treffpunkt und Metrostation. Das nahe Jakobinerkloster, zehn Jahre lang ausgegraben, bevor es zum Kongresszentrum wurde, brachte Sarkophage und bleierne Herzurnen aus dem 17. Jahrhundert zutage, die heute im Musée de Bretagne ausgestellt sind. Die Stimmung ändert sich je nach Wochentag und Hochschulkalender komplett. An einem Sonntag in den Ferien ist das Viertel wie ausgestorben.
Les Champs Libres und die zeitgenössische Stadt

Am Cours des Alliés hat Christian de Portzamparc eine Bibliothek, ein Planetarium, das Espace des Sciences und das Musée de Bretagne in einem einzigen Gebäude gestapelt, unter einer umgedrehten Pyramide, die 2006 die Silhouette der Stadt veränderte. Das Musée de Bretagne erzählt die Geschichte der Region seit der Vorgeschichte und widmet der Dreyfus-Affäre, deren zweiter Prozess 1899 in Rennes stattfand, einen ganzen Saal: Die Dauerausstellung ist kostenlos. Im Norden erhebt sich das Frac Bretagne von Odile Decq als schwarzer Monolith mit einem senkrechten Riss, und die fahrerlose Metro, seit der Eröffnung der Linie b im Jahr 2022 mit zwei Linien, verbindet alles in wenigen Minuten. Rennes ist die kleinste Stadt Europas mit zwei Metrolinien. Genau das macht den Besuch so einfach.
Wie viele Tage, und welche Reiseroute?
2 Tage
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Das perfekte Wochenende (2 Tage)
Samstag: Markt auf der Place des Lices vor 11:00, das mittelalterliche Zentrum und die Portes Mordelaises, nachmittags das Museum der schönen Künste, abends in der Rue Saint-Michel. Sonntag: vormittags der Thabor, Les Champs Libres und das Musée de Bretagne, am späten Nachmittag der Zug. Dieses Format holt am meisten aus der Stadt heraus, denn ihr bester Moment ist der Samstagvormittag.
Ganz Rennes (3 Tage)
Derselbe Kern, dazu die im Voraus gebuchte Führung durch das Parlament der Bretagne, das Frac Bretagne und eine Radtour von den Kais aus den Canal d'Ille-et-Rance hinauf. Ergänzen Sie die Schleuse am Mail und das Viertel Villejean, wenn Sie Architektur der 1960er-Jahre interessiert. Ab dieser Aufenthaltsdauer ist die Stadt mehr als nur ein Zwischenstopp.
Rennes als Standort (5 Tage)
Zwei Tage in der Stadt, dann Tagesausflüge mit Zug oder Bus: Saint-Malo in 50 Minuten, Vitré und seine Burg in 25 Minuten, Dinan in 1 Stunde, der Mont Saint-Michel in 1:15 Std. mit dem Shuttle. Rennes ist der beste Bahnknoten der Bretagne, sodass Sie nicht jede Nacht das Hotel wechseln müssen. Die Stadt wird dann zum Ort, an dem Sie schlafen und essen, nicht zum Thema der Reise.
Anreise und unterwegs
Von Paris-Montparnasse nach Rennes dauert es mit dem TGV 1:25 Std., 25 bis 90 € je nach Vorlauf der Buchung; der Bahnhof liegt eine Viertelstunde zu Fuß vom Zentrum und an beiden Metrolinien.
Zwei fahrerlose Metrolinien, Linie a seit 2002 und Linie b seit 2022, dazu das Busnetz STAR: Ein Ticket kostet etwa 1,60 € und gilt eine Stunde inklusive Umsteigen, ein 10er-Heft etwa 13 €, ein Tagespass etwa 4,50 €.
Das historische Zentrum lässt sich komplett zu Fuß erkunden: Von der Place des Lices bis zum Thabor sind es anderthalb Kilometer, und die Metro ist vor allem für den Bahnhof und das Frac nützlich.
Mit Leihrädern entlang der Vilaine und dann am Canal d'Ille-et-Rance verlassen Sie die Stadt ohne Auto, auf einem flachen Grünweg, der Richtung Hédé-Bazouges und Dinan führt.
Wo übernachten in Rennes?
Das historische Zentrum rund um Les Lices und Sainte-Anne: am bequemsten, 80 bis 140 € pro Nacht, aber Zimmer zur Rue Saint-Michel oder Rue Saint-Georges sind von Donnerstag bis Samstag unbewohnbar.
Bahnhof und Colombier: Kettenhotels für 60 bis 100 €, zehn Gehminuten oder eine Metrostation vom Zentrum, ohne Charme, aber unschlagbar für eine frühe Abreise.
Rund um den Thabor und Saint-Hélier: ein ruhiges, gutbürgerliches Viertel, B&Bs und kleine Hotels um 90 €, der beste Kompromiss, wenn Sie tatsächlich schlafen möchten.
Die Preise steigen deutlich während der Trans Musicales im Dezember, zu Semesterbeginn im September und an Wochenenden mit Heimspielen von Stade Rennais: Buchen Sie für diese Termine mindestens einen Monat im Voraus.
Unsere Unterkünfte, Etappe für Etappe, in drei Preisklassen →
Was isst man in Rennes?
Die Galette-saucisse ist das lokale Wahrzeichen: eine gegrillte Wurst, eingewickelt in einen Weizencrêpe, im Stehen gegessen auf dem Markt an der Place des Lices oder vor dem Stadion, um 4 €, und ohne Senf, wenn Sie keinen Streit wollen.
Die Galette complète, ein Buchweizenpfannkuchen mit Ei, Schinken und Emmentaler, gibt es überall für 8 bis 13 €; die besten Adressen liegen in der Rue Saint-Melaine und der Rue Saint-Georges statt an den touristischen Plätzen.
Cidre bestellt man in der Bolée, einer Steingutschale, und wählt brut statt süß; die Cidre-Bars im Zentrum bieten Erzeuger-Cuvées aus dem Département Ille-et-Vilaine für etwa 5 € den Krug.
Rennes hat eine echte, junge Bistronomie-Szene mit mehreren Restaurants, die Menüs für 35 bis 60 € anbieten und mit Austern aus Cancale und am selben Morgen in Saint-Malo angelandetem Fisch arbeiten.
Einreisebestimmungen
EU und Schengen-Raum: Deutschen, Österreichern und Schweizern genügt der gültige Personalausweis, die Identitätskarte oder der Reisepass, weitere Formalitäten gibt es nicht.
Die Bestimmungen ändern sich: Prüfen Sie vor der Reise die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts (oder Ihres Außenministeriums).
Häufige Fragen zur Reise nach Rennes
Wie viele Tage reichen für Rennes?
Zwei Tage, wobei unbedingt ein Samstagvormittag für den Markt an der Place des Lices dabei sein sollte. Die Stadt ist gut zu Fuß zu erkunden und ihre Museen sind überschaubar; ab drei Tagen nutzen Sie Rennes eher als Standort für Saint-Malo, Vitré oder Dinan als um seiner selbst willen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Besuch in Rennes und einer Bretagne-Reise?
Rennes ist eine Binnenstadt, siebzig Kilometer vom Meer entfernt, ohne Hafen und ohne Küste: Man kommt wegen Architektur, Museen, Markt und Nachtleben, nicht wegen Küstenlandschaften. Die Stadt ist jedoch das Bahn-Tor zur gesamten Region und damit ein logischer erster Halt vor der Küste.
Kann man das Parlament der Bretagne auf eigene Faust besichtigen?
Nein. Im Gebäude sitzt ein aktives Berufungsgericht, es kann nur im Rahmen einer im Voraus über das Fremdenverkehrsamt gebuchten Führung besichtigt werden, etwa 6,50 € für anderthalb Stunden. Die Termine hängen vom Gerichtsbetrieb ab, und manche Säle können ohne Vorankündigung geschlossen sein: Buchen Sie mehrere Tage im Voraus und bringen Sie einen Lichtbildausweis mit.
An welchem Tag kommt man für den Markt an der Place des Lices?
Nur samstags, von 7:30 bis 13:30, mit dem größten Andrang zwischen 11:00 und 12:30 und einem sehr schnellen Abbau danach. Kommen Sie vor 11:00, wenn Sie sich frei bewegen wollen, und rechnen Sie an den bekanntesten Galette-saucisse-Ständen mit etwa zwanzig Minuten Wartezeit.
Muss man in Rennes für Museen bezahlen?
Die Dauerausstellung des Musée de Bretagne in Les Champs Libres ist täglich kostenlos, nur die Sonderausstellungen kosten etwa 4 €. Das Museum der schönen Künste verlangt etwa 7 € und ist am ersten Sonntag im Monat kostenlos, und der Eintritt ins Frac Bretagne ist frei. Ein Teil der Vorgeschichtsabteilung des Musée de Bretagne ist bis Sommer 2026 wegen Bauarbeiten geschlossen.
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