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Salvador da Bahia

Die erste Hauptstadt Brasiliens und Wiege der afrobrasilianischen Kultur: die Pastellfassaden des Pelourinho, Capoeira an jeder Straßenecke, Candomblé und Trommeln. Salvador schlägt lauter als jede andere Stadt.

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Wann nach Salvador da Bahia reisen?

Beste Reisezeit: September bis März

  1. Jan29°
  2. Feb29°
  3. Mär29°
  4. Apr28°
  5. Mai27°
  6. Jun26°
  7. Jul25°
  8. Aug25°
  9. Sep26°
  10. Okt28°
  11. Nov28°
  12. Dez29°

EmpfohlenAkzeptabelNicht empfohlen· Temperatur am Nachmittag

Auf einen Blick

Beste ReisezeitSeptember bis März
Budget pro Tag60-120 € pro Tag
WährungBrasilianischer Real (BRL)
SprachePortugiesisch

Warum nach Salvador da Bahia reisen?

Salvador ist anders als die übrigen Städte Brasiliens: Es war die erste Hauptstadt des Landes, 1549 an einer riesigen Bucht gegründet, der Allerheiligenbucht. Mehr als zwei Jahrhunderte lang war es der große Hafen des Südatlantiks, das Herz des Zuckerhandels und der Sklaverei. Aus dieser schmerzhaften und doch fruchtbaren Geschichte ist eine einzigartige, zutiefst afrobrasilianische Kultur erwachsen, die Sie schon bei den ersten Schritten durch die gepflasterten Gassen der Oberstadt spüren.

Afrika ist hier keine ferne Erinnerung, es lebt in der Gegenwart. Es pulsiert in den Trommeln der Blocos afro, die das Pflaster erzittern lassen, es tanzt in den Capoeira-Kreisen, es betet in den Terreiros des Candomblé, es brodelt im Dendê-Öl der Acarajé-Verkäuferinnen. Salvador will ebenso erlebt wie besichtigt werden: eine Stadt des Rhythmus, der Farben und der vermischten Glaubensformen, in der barocker Katholizismus und die Orixás yorubischen Ursprungs ohne Widerspruch nebeneinander bestehen.

Es ist auch eine Stadt auf zwei Ebenen, durch eine Steilwand in Ober- und Unterstadt geteilt, die der berühmte Elevador Lacerda verbindet. Oben der Pelourinho mit seinen pastellfarbenen, von der UNESCO geschützten Fassaden; unten der Hafen, der Markt und die Uferfront. Ringsum kilometerlange Strände, einer der größten Straßenkarnevals der Welt und eine menschliche Wärme, die die üblichen Vorsichtsmaßnahmen schnell vergessen lässt. Man kommt nach Salvador, um zu verstehen, woher die Seele Brasiliens stammt.

Karte: Was liegt wo in Salvador da Bahia?

Die Karte zeigt die 5 Orte dieses Reiseführers, damit Sie sich die Entfernungen vorstellen und Ihre Route planen können.

  1. Pelourinho
  2. Elevador Lacerda
  3. Igreja do Senhor do Bonfim
  4. Igreja e Convento São Francisco
  5. Leuchtturm und Strand von Barra

Was kostet eine Reise nach Salvador da Bahia?

Salvador bleibt für europäische Verhältnisse erschwinglich, mit einer großen Preisspanne je nach gewünschtem Komfort. Streetfood und Pousadas ermöglichen Reisen mit kleinem Budget, während Boutique-Hotels und Ausflüge die Rechnung in die Höhe treiben. Die folgenden Preise gelten pro Person und Tag, ohne internationale Flüge, in brasilianischen Real.

ReisestilPro TagWas es abdeckt
Backpacker150 bis 250 BRL (25 bis 40 €)Eine Nacht im Hostel oder in einer einfachen Pousada, Acarajé und Prato feito in günstigen Imbissen, unterwegs zu Fuß und mit geteilten Fahrdiensten, ein paar Eintritte.
Komfort350 bis 600 BRL (55 bis 95 €)Ein Zimmer in einer hübschen Pousada mit Charakter, eine Mischung aus Nachbarschaftsrestaurants und guten Moqueca-Adressen, eine Capoeira-Stunde, eine Bootstour durch die Bucht.
LuxusAb 1.000 BRL (ab 160 €)Ein gehobenes Hotel in Barra oder ein Boutique-Hotel in einem ehemaligen Kloster, feine Küche, private Transfers, Segeltörns und maßgeschneiderte Erlebnisse.

Die Währung ist der brasilianische Real (BRL). Karten werden in Hotels, Restaurants und Geschäften weitgehend akzeptiert, doch Bargeld ist nützlich für Acarajé-Verkäuferinnen, kleine Märkte und Trinkgelder. Heben Sie an Automaten etablierter Banken ab, am besten tagsüber und an belebten Orten, und informieren Sie Ihre Bank über Ihre Reise. Verteilen Sie Ihr Geld lieber und tragen Sie nicht alles bei sich.

Wie sicher ist eine Reise nach Salvador da Bahia?

Salvador ist eine herzliche, gastfreundliche Stadt, verlangt aber echte Wachsamkeit, vor allem im historischen Zentrum und in der Unterstadt. Zeigen Sie keinen Schmuck, keine Kameras und Handys, tragen Sie nur das Nötigste bei sich und nehmen Sie nachts einen Fahrdienst, statt zu Fuß zu gehen, selbst für kurze Strecken rund um den Pelourinho. Genießen Sie die Strände tagsüber und lassen Sie nie etwas unbeaufsichtigt im Sand liegen. Manche Außenbezirke meiden Sie besser; fragen Sie in Ihrer Unterkunft, welche Gegenden Sie umgehen sollten. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen des gesunden Menschenverstands, ganz ohne Paranoia, verläuft Ihr Aufenthalt reibungslos, und die Freundlichkeit der Bahianer erledigt den Rest.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Salvador da Bahia

  • der koloniale Pelourinho
  • der Elevador Lacerda
  • Capoeira und die Blocos afro
  • die Bonfim-Kirche
  • die bahianische Küche (Acarajé, Moqueca)

Der Pelourinho

Der Pelourinho

Der Pelourinho, das historische Herz Salvadors, entfaltet seine gepflasterten Gassen und leuchtend bemalten Kolonialhäuser in Blau, Ocker, Rosa und Grün, die nach Jahrzehnten des Verfalls restauriert wurden. Das Viertel verdankt seinen düsteren Namen dem Pranger, an dem einst versklavte Menschen bestraft wurden, eine Erinnerung, die die Stadt nicht tilgt. Heute vereint es Barockkirchen, Kunsthandwerksateliers, Capoeira-Schulen und Musikterrassen. Die Kirche São Francisco, überladen mit Blattgold und Azulejos, ist sein Kronjuwel. Abends hallen Trommeln zwischen den Fassaden wider, und der Platz füllt sich mit Tänzern. Man schlendert ohne festen Plan, ein Ohr stets beim nächsten Trommelschlag.

Elevador Lacerda und Unterstadt

Elevador Lacerda und Unterstadt
Elevador Lacerda und Unterstadt · Paul R. Burley / CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)

Salvador liest sich auf zwei Ebenen, getrennt durch eine steile Felswand, und der Elevador Lacerda ist das Bindeglied dazwischen. 1873 eröffnet und später im Art-déco-Stil modernisiert, bringt er Fahrgäste in wenigen Sekunden für ein paar Centavos hinunter in die Unterstadt, die Cidade Baixa. Oben bietet die Terrasse einen der schönsten Blicke über die Allerheiligenbucht und ihre Segelboote. Unten liegt das Handels- und Hafenviertel mit dem Mercado Modelo, einem ehemaligen Lagerhaus, das heute eine Kunsthandwerkshalle ist. Hier feilscht man um Hängematten, Instrumente und Lederwaren. Es ist auch der Anlegepunkt für die Inseln der Bucht.

Bonfim-Kirche und Festung

Bonfim-Kirche und Festung

Auf einem Hügel der Halbinsel Itapagipe gelegen, ist die Kirche Senhor do Bonfim das meistverehrte Heiligtum Salvadors. Ihre Gitter verschwinden unter Tausenden bunter Bänder, den Fitas, die man mit drei Wünschen festknotet; diese sollen in Erfüllung gehen, wenn das Band von selbst abfällt. Der Ort veranschaulicht perfekt den bahianischen Synkretismus: Der Christus von Bonfim wird hier auch als Oxalá verehrt, einer der großen Orixás des Candomblé. Jeden Januar zieht die Lavagem do Bonfim eine riesige Menschenmenge an, die die Stufen mit parfümiertem Wasser wäscht. Im Inneren befindet sich ein bewegender Saal der Wunder voller Votivgaben. In der Nähe erinnern die Festungen, die einst die Bucht verteidigten, an die militärische Vergangenheit der Stadt.

Capoeira und Candomblé

Capoeira und Candomblé

Nirgendwo ist die afrobrasilianische Kultur so lebendig wie in Salvador. Capoeira, eine als Tanz getarnte Kampfkunst, die aus dem Widerstand versklavter Menschen entstand, wird im Kreis, der Roda, praktiziert, zum tiefen Klang des Berimbau und zu Gesängen auf Portugiesisch, vermischt mit afrikanischen Sprachen. Solche Kreise begegnen Ihnen im Pelourinho, doch auch die echten Schulen lassen sich für eine Anfängerstunde besuchen. Der Candomblé, die Religion der Orixás, die aus dem Golf von Guinea stammt, wird in Terreiros gefeiert, Kultstätten, an denen die Trommel die Gottheiten ruft. Blocos afro wie Olodum haben diese Trommelkunst in den Karneval und auf Bühnen in aller Welt getragen. Eine offene Probe mitzuerleben ist ein unvergessliches Erlebnis.

Strände und bahianische Küche

Strände und bahianische Küche

Salvador ist auch eine Strandstadt, über Dutzende Kilometer von Sand gesäumt. Porto da Barra, eine kleine geschützte Bucht mitten in der Stadt, ist für ihre Sonnenuntergänge über dem Ozean und ihre bodenständige Stimmung bekannt; gleich daneben beherbergt der Leuchtturm von Barra ein Schifffahrtsmuseum. Weiter nördlich haben Itapuã und Stella Maris offeneres Wasser und sind am Wochenende belebt. Am Strand verkaufen weiß gekleidete Frauen Acarajé, einen in Dendê-Öl frittierten Bohnenkrapfen, gefüllt mit Garnelen und Vatapá. Bei Tisch fasst die Fisch-Moqueca, in Kokosmilch und Koriander geschmort, die bahianische Küche ganz allein zusammen. Dazu ein eiskalter Caipirinha.

Wie viele Tage, und welche Reiseroute?

Planen Sie drei bis vier Tage ein, um Salvador den Puls zu fühlen: den Pelourinho und seine Kirchen, die Unterstadt und den Markt, Bonfim, einen Trommelabend und den einen oder anderen Strand. Mit mehr Zeit kommen eine Bootstour zu den Inseln der Allerheiligenbucht oder ein Abstecher ins Landesinnere zur Chapada Diamantina hinzu. Hier zwei Richtwerte, die Sie an Ihre Reisedaten anpassen können:

3 Tage (das Wesentliche)

Tag 1: Eintauchen in den Pelourinho, seine Barockkirchen und Ateliers, dann ein Trommelabend auf den Plätzen des Viertels. Tag 2: mit dem Elevador Lacerda hinunter in die Unterstadt, zum Mercado Modelo und zum Heiligtum von Bonfim, danach eine Capoeira-Stunde für Anfänger. Tag 3: Entspannen in Porto da Barra, Besuch des Leuchtturms und Moqueca zum Abendessen mit Blick aufs Meer.

5 Tage (ausführlich)

Folgen Sie den ersten drei Tagen und widmen Sie dann einen Tag einer Bootstour durch die Allerheiligenbucht bis zur Insel Itaparica und ihren ruhigen Stränden. Der fünfte Tag ist gemächlicher: der Markt São Joaquim, das Viertel Rio Vermelho und sein Nachtleben oder Erholung an den nördlichen Stränden wie Itapuã. Naturliebhaber können die Reise bis zur Chapada Diamantina verlängern.

Anreise und unterwegs

Die meisten internationalen Reisenden erreichen Salvador mit Umstieg, meist in Lissabon, São Paulo oder Rio de Janeiro. Der internationale Flughafen Salvadors liegt etwa zwanzig Kilometer nördlich des Zentrums; ein offizielles Taxi, eine Fahrdienst-App oder ein Shuttle bringt Sie je nach Verkehr in dreißig bis fünfundvierzig Minuten zum Pelourinho und nach Barra. Wer nachts ankommt, sollte den Transfer besser im Voraus buchen.

In der Stadt lässt sich der Pelourinho ganz zu Fuß erkunden, da seine Gassen gepflastert und oft Fußgängerzone sind, während der Elevador Lacerda und die Standseilbahn Gonçalves Ober- und Unterstadt für ein paar Centavos bequem verbinden. Für längere Strecken, zu den nördlichen Stränden oder nach Bonfim, sind Fahrdienst-Apps praktisch, sicher und günstig und den überfüllten Bussen oft vorzuziehen. Die Metro bedient vor allem die Außenbezirke und den Flughafen. Gehen Sie nachts nicht allein durch menschenleere Gegenden und nehmen Sie stattdessen ein Auto.

Wo übernachten in Salvador da Bahia?

Die Wahl des Viertels prägt den Aufenthalt. Der Pelourinho und das historische Zentrum sprechen Liebhaber von Kulturerbe und Atmosphäre an, nah an den Kirchen und Trommeln, in charmanten Pousadas in Kolonialhäusern; die Kehrseite: Abends ist das Viertel sehr belebt und verlangt nachts etwas Wachsamkeit. Santo Antônio Além do Carmo, die Verlängerung des Pelourinho, ist eine ruhigere Alternative mit hübschen Pensionen und Terrassen mit Blick auf die Bucht.

Für einen stärker strandorientierten Aufenthalt vereint das Viertel Barra rund um den Leuchtturm und den Strand Porto da Barra Hotels, Hostels und Geschäfte in entspannter Atmosphäre, tagsüber sicher. Rio Vermelho, ein Bohème- und Nachtviertel, passt zu allen, die abends Bars, Restaurants und Livemusik suchen. In jedem Fall sollten Sie für Karneval und Silvester sehr früh buchen, wenn die Preise in die Höhe schnellen und die besten Adressen Monate im Voraus ausgebucht sind.

Was isst man in Salvador da Bahia?

Die bahianische Küche gehört zu den eigenständigsten Brasiliens, direkt aus Westafrika überliefert und duftend nach Dendê-Öl, das aus der Ölpalme gepresst wird. Acarajé ist ihr Aushängeschild: ein frittierter Bohnenkrapfen, aufgeschnitten und gefüllt mit Vatapá, getrockneten Garnelen und scharfem Salat, an jeder Straßenecke verkauft von den Baianas do acarajé in ihren weißen Kleidern. Die Moqueca, ein Eintopf aus Fisch oder Meeresfrüchten, im Tontopf mit Kokosmilch, Tomate und Koriander geschmort, wird im Sitzen gegessen und großzügig geteilt.

Ringsum vervollständigt eine Fülle von Aromen das Bild: cremiger Bobó de camarão mit Maniok, Caruru mit Okra, am Strand gegrillte Spieße mit Queijo coalho und die Süße der Kokos-Cocada. Dazu ein Caipirinha mit Cachaça oder ein tropischer Fruchtsaft aus Açaí, Cashewfrucht oder Maracuja. Für einen umfassenden Überblick über die lokalen Produkte taucht der bunte, überquellende Markt São Joaquim die Besucher mitten in die bahianische Speisekammer ein.

Einreisebestimmungen

Deutsche, Österreicher und Schweizer brauchen als Touristen kein Visum und dürfen bis zu 90 Tage innerhalb von sechs Monaten bleiben. Nötig ist ein Reisepass (der Personalausweis genügt nicht), der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist. Halten Sie ein Rück- oder Weiterflugticket bereit und prüfen Sie den Einreisestempel: Gelegentlich wird die Aufenthaltsdauer kürzer eingetragen.

Die Bestimmungen ändern sich: Prüfen Sie vor der Reise die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts (oder Ihres Außenministeriums).

Häufige Fragen zur Reise nach Salvador da Bahia

Wann ist die beste Reisezeit für Salvador?

Von September bis März ist die Saison heiß und trockener, ideal für Strände und Feste; der Karneval im Februar oder Anfang März gehört zu den größten der Welt, lässt die Preise aber in die Höhe schnellen. Von April bis Juli ist es regnerischer, mit häufigen, oft aber kurzen Schauern, und die Stadt ist weniger voll.

Wie viele Tage braucht man für Salvador?

In drei bis vier Tagen entdecken Sie den Pelourinho, die Unterstadt, Bonfim, einen Trommelabend und ein paar Strände. Mit fünf Tagen oder mehr kommen eine Bootstour durch die Allerheiligenbucht oder ein Abstecher ins Landesinnere zur Chapada Diamantina hinzu.

Ist Salvador eine gefährliche Stadt?

Salvador verlangt echte Wachsamkeit, besonders nachts und im historischen Zentrum, doch mit Vorsichtsmaßnahmen des gesunden Menschenverstands verläuft eine Reise problemlos. Zeigen Sie keine Wertsachen, nehmen Sie nachts einen Fahrdienst, statt zu Fuß zu gehen, und fragen Sie in Ihrer Unterkunft, welche Gegenden Sie meiden sollten.

Was sollte man in Salvador unbedingt essen?

Acarajé, ein in Dendê-Öl frittierter und mit Garnelen gefüllter Bohnenkrapfen, ist ein Muss, ebenso die Moqueca, ein Fischeintopf mit Kokosmilch. Dazu Bobó de camarão, ein Caipirinha und für Naschkatzen eine Kokos-Cocada.

Wie bewegt man sich in Salvador fort?

Den Pelourinho erkundet man zu Fuß, und der Elevador Lacerda verbindet für ein paar Centavos die Oberstadt mit der Unterstadt. Für die Strände, Bonfim oder den Flughafen sind Fahrdienst-Apps praktisch, günstig und sicherer als Busse, besonders abends.

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